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Preiserhöhung kalkulieren und kommunizieren: So klappt’s!

von | 12. Juli 2022

Eine Preiserhöhung ist immer ein heikles Thema: Um dein Business am Laufen zu halten, musst du zwangsläufig von Zeit zu Zeit die Preise erhöhen – Kund:innen reagieren darauf aber teils sehr sensibel. Auch die Höhe der Preissteigerung festzulegen, ist keine einfache Aufgabe. Wir haben dir deshalb einen Leitfaden erstellt, der dir hilft, Preiserhöhungen in drei Schritten durchdacht umzusetzen: Ermittle deine Ausgaben und Kosten, kalkuliere deine neuen Preise und kommuniziere mit Fingerspitzengefühl an deine Kund:innen. Los geht’s! 

Wo anfangen? Bei den Zahlen!

Ist es ein Instinkt, der dir sagt, dass es in deinem Laden gerade nicht ganz so läuft, wie es soll? Sind es die roten Zahlen in deiner Buchführung? Oder hast du vielleicht gestern auf dem Heimweg gesehen, dass die Konkurrenz eine Straße weiter auf einmal teurer ist? Deine Entscheidung steht jedenfalls fest: Du möchtest deine Preise erhöhen. Zuallererst solltest du dir jetzt einen guten Überblick darüber verschaffen, welche Kosten und Spielräume du hast. 

Leitfaden Preiserhöhung

Schritt 1: Ausgaben und Kosten ermitteln

Die Basis jeder guten Preiskalkulation ist eine umfassende Selbstprüfung. Um deine Möglichkeiten abschätzen und eine passende Strategie entwickeln zu können, solltest du eine realistische Einschätzung zur Situation deines Unternehmens haben. 

Beginne mit der Auflistung deiner Fixkosten wie Strom, Wasser, Internet und Miete und bedenke auch die Kosten für deine Kassensoftware, Verwaltung und Versicherungen. Dann solltest du natürlich Werkzeuge, Maschinen und Produkte auflisten, die du gekauft hast, in Stand halten oder neu anschaffen musst. 

Schritt 2: Preiserhöhung kalkulieren und umsetzen

Nun weißt du, wie viel du im Schnitt monatlich ausgibst. Damit kannst du dir auch ausrechnen, wie viel du mindestens verdienen musst, um keinen Verlust zu machen. Außerdem kennst du dann die Gewinnspanne, die du brauchst, um rentabel wirtschaften zu können. Damit kannst du deine Preise neu kalkulieren.

Außerdem kannst du dir ansehen, welche Kosten in den letzten Jahren am meisten gestiegen sind. Eventuell kannst du dich nach alternativen Produkten umsehen, einen konkreten Plan zum Energiesparen aufstellen oder Angebote und Dienstleistungen etwas anpassen. Vielleicht entlarvst du bei dieser Gelegenheit sogar ein paar echte Geldfresser.

Eine Preiserhöhung kann manchmal notwendig sein

Schritt 3: Die Preiserhöhung kommunizieren

Du weißt jetzt, um wie viel du deine Preise erhöhen musst – jetzt musst du das nur noch deinen Kund:innen beibringen. Ihnen deine neuen Preise an der Kasse mit den Worten „Ach ja, wir haben unsere Preise erhöht, ist jetzt leider alles teurer“ um die Ohren zu hauen, ist zum Beispiel keine gute Idee. Es gibt aber viele gute Möglichkeiten, Preiserhöhungen geschickt an seine Kundschaft zu kommunizieren: 

  • Mehrwert schaffen: „Premium“, „Upgrade“, „Exklusiv“, „Privat“ – ein gutes Wording ist schon die halbe Miete. So kannst du deiner Kundschaft vermitteln, dass die Preiserhöhung auf eine Verbesserung der angebotenen Leistung oder des angebotenen Produktes zurückzuführen ist. Die Message sollte sein: Wir erhöhen nicht die Preise, wir verbessern das Angebot. 
  • Angebotspakete schnüren: Gibt es Leistungen, die einzeln wenig Gewinn bringen, aber vielleicht gut zu anderen Angeboten passen?  Solche Dienstleistungen und Produkte können gut in Angebotspaketen zusammengefasst werden. Wenn du kluge Pakete zusammenstellst, kannst du Synergieeffekte erzielen, deine Kosten im besten Fall senken und deine Einnahmen pro Stunde bzw. pro Dienstleistung erhöhen. 

Wenn du dir nicht sicher bist, welche Leistung dir den meisten Gewinn bringt, kannst du einfach unseren kostenlosen Gewinn-Kalkulator verwenden. In wenigen Minuten kannst du damit den Gewinn deiner einzelnen Leistungen errechnen:

  • Leistungen einzeln anbieten: Natürlich kannst du auch genau das Gegenteil machen. Gibt es einzelne Leistungen, die deine Kund:innen besonders oft nachfragen? Dann kann es sich lohnen, diese Leistung einzeln anzubieten. Damit erweiterst du praktisch auch dein Angebot. 
  • Transparent sein: Deine Kund:innen werden die Preiserhöhungen eher akzeptieren, wenn sie verstehen können, warum du dich für diesen Schritt entschieden hast. Deshalb kann es helfen, deinen Kund:innen zu erklären, welche Kosten du erst einmal decken musst, um ihnen Dienstleistungen und Produkte anbieten zu können. Natürlich musst du nicht deine komplette Unternehmensbilanz offenlegen. Du kannst aber ungefähr angeben, wo du wie viele Kosten tragen musst: Beispielsweise 30% Lohnkosten, 30% Strom, Wasser, Internet, 30% Ausgaben für Produkte und Materialen, etc. So haben deine Kund:innen eine grobe Vorstellung davon, wie du wirtschaften musst. 

Kommuniziere früh genug!

Wann, wo und wie du deine neuen Preise kommunizierst, ist dir überlassen. Es ist aber ratsam, Preiserhöhungen aktiv zu kommunizieren und Kund:innen damit nicht unangenehm zu überraschen. Nutze deinen Blog, deinen Newsletter oder deine Social Media Kanäle, um auf die neuen Preise aufmerksam zu machen. Das ist deinen Kund:innen gegenüber nur fair und sie werden eine ehrliche Kommunikation zu schätzen wissen. 

Kannst du ein bisschen Hilfe gebrauchen?

Wenn du wirklich den Überblick über all deine Zahlen behalten möchtest, um Preiserhöhungen sinnvoll kalkulieren zu können, ist eine gute Kassensoftware genau das Richtige für dich. Shore POS ist so eine Software: Hier kannst du sehen, welche Produkte und Dienstleistungen am meisten nachgefragt werden, welche den höchsten Umsatz bringen, eine vorbereitende Buchhaltung führen und und und! Falls du in deinem Daily Business Termine vergibst, hat Shore übrigens auch noch einen Onlinekalender auf Lager. Aber sieh selbst: 

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Anna

Anna

Anna ist eine begeisterungsfähige Person, die viel und gerne über alle Themen schreibt, die sie interessieren und sich gerne in der Nähe von Gewässern, lieben Menschen und manchmal zu lange an der richtigen Wortwahl aufhält. Wird schnell ungeduldig, wenn etwas zu lange dauert, kann aber gleichzeitig etliche Stunden im richtigen Buchladen verbringen und sich dort vor allem schwer vom Wühltisch mit den Alpenkrimis losreißen. Ist darüber hinaus der festen Überzeugung, dass Obst besser schmeckt, wenn Mütter es aufschneiden oder man es auf einem Berggipfel isst.