Nagelstudio oder Kosmetikstudio eröffnen: Kosten, Voraussetzungen und Co.

Nagelstudio eröffnen: Kosten, Voraussetzungen und Co.

Du möchtest dein eigener Boss sein? Du hast keine Lust mehr auf die schlechte Laune deines Chefs? Du möchtest deine eigenen Ideen verwirklichen? Dann bist du vermutlich hier gelandet, weil du mit dem Gedanken spielst, ein eigenes Nagelstudio oder Kosmetikstudio zu eröffnen. Doch mit diesem Schritt in die Selbstständigkeit sind viele Gesetze, Regeln und Formalitäten verbunden. Du kannst nicht einfach sagen „Hey, ich mache jetzt mein eigenes Ding“, kündigst deine Festanstellung und mietest ein Studio. Damit du den Überblick im Gründungs-Bürokratie-Dschungel nicht verlierst, haben wir für dich die wichtigsten Punkte zusammengeschrieben: Welche Voraussetzung musst du erfüllen, um ein eigenes Nagelstudio bzw. Kosmetikstudio zu eröffnen? Welche Kosten kommen auf dich zu? Bei welchen Ämtern musst du dein Unternehmen anmelden? Welche Rechtsform solltest du wählen? Und vieles mehr!

Welche Kosten kommen auf dich zu, wenn du ein Nagelstudio oder Kosmetikstudio eröffnen möchtest?

Wir starten mit einem leidigen Thema: Geld! Aber – leider, leider – ist das einer der entscheidenden Faktoren, wenn es um die Gründung deines Studios geht. Ganz nach dem Motto „Ohne Moos nichts los“ solltest du dich als Erstes fragen: Kann ich mir ein eigenes Nagelstudio bzw. Kosmetikstudio überhaupt leisten? Das findest du am besten mit einem Kassensturz und einem Businessplan heraus, in dem du auch die potenziellen Einnahmen und Ausgaben der nächsten Jahre kalkulierst. Außerdem musst du über genügend Startkapital verfügen, denn eine Gründung kostet Geld. Du musst die passenden Räume finden, diese einrichten, Materialien einkaufen, Geräte anschaffen dazu kommen Beratungs- und Bürokratiekosten uvm. Du wirst nicht ab Tag eins kostendeckend arbeiten. Deshalb musst du genügend Geld auf der hohen Kante haben, um die laufenden Kosten deines Betriebs für einige Monate zu decken. Hier haben wir dir eine kleine Übersicht zusammengestellt, welche Kosten auf dich zukommen:

Anschaffungskosten:

  • Gebühren Behörden und Ämter
  • Beratungskosten
  • Ggf. Umbaukosten
  • Einrichtung
  • Erstausstattung
  • Provision und Kaution

Laufende Kosten:

  • Miete
  • Nebenkosten
  • Verbrauchsgüter (Pflegemittel, Farben etc.)
  • Personalkosten
  • Versicherungen
  • Steuern
  • Marketing
  • Software
  • Kassensystem

Vermutlich verfügst du – wie viele Gründer – nicht über genügend Eigenkapital, um die Nagel-/Kosmetikstudio Eröffnung selbst zu stemmen. In diesem Fall musst du nicht gleich den Kopf in den Sand stecken. In diesem Fall bleibt dir immer noch der Weg zur Bank oder auch staatlich geförderte Zuschüsse, Fördermittel und Kredite.

Welche Voraussetzung musst du erfüllen? Wie kannst du ein Nagelstudio anmelden?

Und weiter geht es mit dem zweiten entscheidenden Punkt der Unternehmensgründung: den Voraussetzungen. Während beispielsweise Friseure, die einen Friseursalon eröffnen möchten, einen Meisterbrief benötigen, sind die Auflagen für Nageldesigner sehr überschaubar. Prinzipiell kann jeder ein Nagelstudio eröffnen – es ist natürlich empfehlenswert, dass du über die entsprechende Ausbildung und Berufserfahrung verfügst.

Wer ein Unternehmen gründet, musst sich mit dem Thema Rechtsformen auseinandersetzen. Eins vorweg: Die „richtige“ Rechtsform für Nagel- und Kosmetikstudios gibt es nicht. Die gängigsten Varianten sind die GmbH, die UG, die GbR und das Einzelunternehmen. Unsere Rechtsabteilung empfiehlt daher, sich ganz genau mit den Hintergründen auseinanderzusetzen oder sich am besten mit einem Experten zusammenzusetzen. Er kann dir ganz genau darlegen, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Rechtsformen für dich mitbringen und worauf du achten musst.

Im Anschluss hast du noch einiges an Behördengängen und Papierkram vor dir, um dein Nagel- oder Kosmetikstudio anzumelden. Vom Gewerbeamt bis zur IHK – wir haben dir eine kleine Übersicht erstellt, was auf dich zukommt.

Wieso?Wo?Pflicht?
HandelsregistereintragAmtsgerichtAbhängig von der Rechtsform
GewerbeanmeldungGewerbeamtJa
Meldung & Beantragung der SteuernummerFinanzamtJa
MitgliedschaftIHK (bei einem reinen Nagelstudio, sonst ggf. Handwerkskammer)Ja
MitgliedschaftBerufsgenossenschaft (bei reinen Nagelstudios ist die Berufsgenossenschaft Kosmetik und Fußpflegebetriebe Deutschlands e. V zuständig)Ja
MitgliedschaftRelevanter Bundesverband (z.B. Bundesverband der Fachkosmetiker/innen in Deutschland e. V.)Nein, freiwillig

Übrigens: Nach deiner Gewerbeanmeldung wird das Finanzamt sowie die IHK automatisch auf dich zukommen. Solltest du allerdings nichts von ihnen hören, musst du proaktiv auf sie zugehen.

Wie findest du den passenden Standort und das richtige Konzept für dein Studio?

Entscheidend für den Erfolg deines Nagelstudios oder Komsetikstudios ist neben deinem Können auch der Standort sowie das Konzept. Und diese beiden Faktoren sind voneinander abhängig. Wer ein hippes Studio mit den neuesten Nagel- oder Make-uptrends plant, wird es in der Stadt einfacher als in einem 500-Seelen-Dorf haben. Setzt du auf Pflege für Ü60-Kunden, kann das auch auf dem Dorf funktionieren. Zunächst solltest du also deine Zielgruppe festlegen und ein Konzept erarbeiten, das diese anspricht. Dann ist eine Standortanalyse an der Reihe. Hier solltest du auch ein Auge auf die Wettbewerbsdichte werfen. Haben beispielsweise im potenziellen Stadtteil schon drei Nagelstudios mit ähnlichem Fokus eröffnet, sind deine Erfolgsaussichten gering.

Wie findest du die richtigen Mitarbeiter?

Wenn du ein Nagelstudio oder Kosmetikstudio eröffnest, bist du wahrscheinlich auch auf der Suche nach Mitarbeitern. Vorsicht: Viele Gründer überschätzen sich und stellen zu schnell zu viele Leute ein. Am Ende fehlt das Geld, um diese auch zu bezahlen und der Traum vom eigenen Studio ist schnell ausgeträumt. Überlege dir also im Zuge deiner Finanzplanung genau, ob und wie viele Mitarbeiter du dir leisten kannst. Eine große Rolle dabei spielt auch der Lohnfaktor, mit dem du berechnest, wie viel Umsatz deine Mitarbeiter erwirtschaften müssen, um rentabel zu sein. Wir stellen dir einen kostenlosen Lohnfaktor Kalkulator zur Verfügung:

Außerdem legen wir dir unseren Artikel „So findest du Mitarbeiter, die wirklich zu dir passen“ ans Herz.

Was gibt es sonst noch bei der Nagel- oder Kosmetikstudio Eröffnung zu beachten?

Versicherungen

Wer ein eigenes Unternehmen führt, muss sich auch entsprechend absichern. Welche Versicherungen für dich relevant sind, besprichst du am besten mit einem Berater. Anschließend kannst du immer noch Preise vergleichen, um unnötige Ausgaben zu vermeiden.

Hygienevorschriften

Fängt sich ein Kunde bei dir Nagelpilz ein, kann das für dich das Aus bedeuten. Hygiene ist im Nagel- und Kosmetikstudio das A und O. Es gibt Hygienevorschriften, die du unbedingt einhalten musst. Wie die konkret aussehen, kannst du beim Gesundheitsamt erfahren.

Verträge abschließen

Neben dem Mietvertrag musst du dich auch um Strom, Heizung, Internet, Telefon und Co. kümmern. Wichtig: Unbedingt Preise vergleichen, um unnötige Geldfresser zu vermeiden.

Kann es losgehen?!

Dein Entschluss steht fest – du möchtest ein Nagelstudio oder Kosmetikstudio eröffnen? Dann fehlt jetzt nur noch eins: die richtige Software! Schließlich möchtest du dich auf die Kunden im Laden konzentrieren und nicht durch das klingelnde Telefon und unnötigen Papierkram abgelenkt werden. Shore ist eine Software, mit der du dein Studio effizient managen und deine Kundenverwaltung sowie deinen Service noch besser machen kannst. Von der Online-Terminbuchung über eine digitale Kundendatenbank bis zum Newsletter-Tool bietet dir Shore alles, was du dafür benötigst. Unsere Software kannst du 15 Tage kostenlos testen und dich live von den Vorteilen überzeugen.

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