Zwei Kunden sprechen mit einer Frau im Café, es sieht nach Small Talk aus

Wie man Smalltalk-Gespräche meistert – Dein Leitfaden für Small Talk

Small Talk kann der Türöffner für interessante Gespräche sein. Das weißt du natürlich schon, sonst wärst du nicht in diesem Blogartikel gelandet. Hier zeige ich dir, wie du authentisch und angenehm Small Talk führst, welche Themen du aufgreifst, welchen Themen du besser aus dem Weg gehst und gebe dir Tipps aus der Psychologie für dein nächstes Small-Talk-Gespräch!

Was ist eigentlich Small Talk?

Small Talk ist ein lockeres Gespräch, das normalerweise auf unverbindliche Weise geführt wird. Dabei tauscht man sich meist über allgemeine Themen wie Sport, Unterhaltung, Arbeit, Wetter und gemeinsame Interessen aus. Small Talk kann dazu beitragen, eine offene Atmosphäre zu schaffen, sich kennenzulernen oder (mit Einschränkungen) einfach unangenehme Stille zu überbrücken.

Vorteile von Small Talk

Small Talk ist wichtig, vor allem im Job! Damit kannst du easy eine Beziehung zu Kunden, Kollegen und Geschäftspartnern aufbauen, ohne direkt auf ein bestimmtes Thema einzugehen. Einfach ein bisschen quatschen und Infos austauschen, das hilft beim Vertrauensaufbau oder dabei, Feedback zu bekommen.

Was sagt die Psychologie zum Small Talk?

  • Small Talk spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau von zwischenmenschlichen Beziehungen. Menschen, die gut im Small Talk sind, bekommen schneller mehr Vertrauen von anderen und haben es leichter, Beziehungen aufzubauen.
  • Sogar sehr oberflächlicher Small Talk kann dabei helfen, die Stimmung zu verbessern und hilft gegen Stress. Aber: Menschen, die sich in sozialen Situationen unwohl fühlen, weil sie zum Beispiel nicht gut in Small Talk sind, sind im Vorhinein oft gestresst und aufgeregt.
  • Small Talk kann neue Karrierewege eröffnen. Menschen werden als kompetenter und sympathischer wahrgenommen, wenn sie sich gut in sozialen Normen bewegen und an einem Gespräch aktiv teilnehmen können.
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Aber wie geht guter Small Talk jetzt wirklich?

Das ist die große Frage, an der nicht nur introvertierte Menschen oft scheitern. Small Talk ist gar nicht so einfach. Beherzige deshalb diese 4 Tipps für guten Small Talk!

  1. Sei deinem Gesprächspartner gegenüber positiv eingestellt! Gehe einfach mal davon aus, dass er oder sie sich auch unterhalten will. Ist das Gespräch schleppend und du gibst dir beste Mühe, dann ist dein Gegenüber vielleicht auch überfordert mit Small Talk.
  2. Höre aufmerksam zu! Small Talk ist ein Geben und Nehmen, es ist ein Gespräch. Wenn du mit jemanden plaudern möchtest, musst du auch genau zuhören. Stelle Rückfragen oder verbinde das Gesagte mit Dingen aus deiner Erfahrung oder deinem Leben.
  3. Interessiere dich wirklich für die anderen Personen! Viele Menschen legen einen Gesprächseinstieg hin und warten dann gar nicht auf die Antwort. Klassisches Beispiel: “Hallo, Herr Müller. Wie geht’s? Sie können schonmal hinten Platz nehmen.” Und Herr Müller fühlt sich von einem Fremdem komplett überfahren.
  4. Sei nicht zu verbissen! Wenn deine Small-Talk-Versuche nicht ankommen, dann ist es völlig in Ordnung, wenn du ein bisschen Schweigen hinnimmst. Warte auf einen anderen Moment oder auf ein Thema, das dir vor die Füße fällt.
  5. Wähle die richtigen Small Talk Themen! Nicht zu politisch, nicht zu kontrovers. Aber auch nicht langweilige Themen wie das Wetter. Mehr dazu gleich!
Regen in einer urbanen Straße
Es regnet – immer noch kein Grund, um darüber zu small talken!

So wirst du zum Small Talk Experten!

Du fühlst dich schon ganz gut? Oder möchtest du deine Small-Talk-Skills nochmal auf ein ganz neues Level heben? Insbesondere für Menschen, die mit anderen Menschen arbeiten, macht das Sinn – völlig egal, ob du Immobilienmaklerin, Friseur, Kellner oder Kosmetikerin bist.

  1. Führe ein offenes Gespräch! “Hast du das Fußballspiel gestern gesehen?” Die Antwort darauf ist langweilig und kann theoretisch sogar einfach ein “Ja” sein. Nutze also einen anderen Einstieg in das Small-Talk-Thema. Zum Beispiel: “Gestern Abend lief doch das Fußballlspiel. Ich bin eingeschlafen, so langweilig war das. Hast du das Spiel auch gesehen oder etwas anderes gemacht?”
  2. Mache im richtigen Moment aus dem Small Talk einen Deep Talk! Wenn du und deine Gesprächspartnerin angenehm plaudert, hab keine Angst davor, etwas persönlicher zu werden. Dafür habe ich dir weiter unten einfache Fragen vorbereitet, die das Gespräch sofort spannender machen, deinem Gegenüber aber auch die Möglichkeit geben, freundlich abzulehnen.
  3. Lass dich und das Gespräch treiben! Viele Guides zum Small Talk schlagen vor, dass du die W-Fragen zu einem Thema durchgehst. In der Realität führt das aber oft dazu, dass das Gespräch verbissen und unnatürlich wirkt. Hänge deshalb nicht zu sehr an einem Gesprächsthema und lasse dich einfach treiben. Dein Gegenüber wechselt das Thema? Dann mach mit!
  4. Sei bereit für viele Gesprächsthemen! Einfacher gesagt als getan. Aber wer wirklich gut im Small Talk sein möchte, muss ein breites Allgemeinwissen haben und immer gut informiert zu aktuellen Themen sein. Insbesondere im Kundenkontakt solltest du über aktuelles Geschehen sprechen können.
  5. Hab keine Angst vor Klatsch und Tratsch! Viele Menschen scheuen davor zurück, mit anderen zu “lästern”. Aber Klatsch und Tratsch ist ganz normal und ist seit Jahrhunderten ein normaler Bestandteil der meisten Gespräche.

Woher kommt eigentlich das Lästern? Ich kann dazu sehr das Buch “The Status Game” von Will Storr empfehlen. Menschen sprechen über andere Menschen, weil sie damit ihren eigenen Status in der Gruppe kontrollieren und überprüfen, ob die üblichen sozialen Normen noch aktuell sind. Wenn dir Greta erzählt, dass Max und Sabine einander “Hasi” nennen, wartet sie sehr wahrscheinlich auf deine Reaktion. Ist das zu krass? Oder findest du es ok? Was darf sie dazu denken?

Einfache Small-Talk-Themen für Anfänger und lockere Gespräche

Du wirst dir bei diesen Vorschlägen vielleicht denken: Ist das nicht schon ziemlich persönlicher Small Talk? Ja und Nein. Es ist definitiv persönlicher, als ein Gespräch über das Wetter, steigende Strompreise oder das neue Auto des Nachbarn zu sprechen. Aber diese Fragen ermöglichen dafür eine angenehme Konversation, an denen alle Gesprächspartner sich gerne beteiligen.

  • Wo würdest du gerne mal hin?
  • Was sind deine liebsten Reiseziele?
  • Was machst du in deiner Freizeit?
  • Welche Interessen hast du?
  • Welche Sportarten magst du?
  • Hast du schon einmal ein Spiel live gesehen?
  • Welche Musikrichtungen hörst du am liebsten?
  • Welchen Künstler hast du zuletzt live gesehen?
  • Welche Filme magst du?
  • Welchen Film hast du zuletzt gesehen?
  • Welche Bücher liest du gerne?
  • Welches Genre bevorzugst du?
  • Welches Essen magst du am liebsten?
  • Wo gehst du gerne essen?
  • Welche neuen Gadgets hast du zuletzt gekauft?
  • Welche Apps nutzt du am häufigsten?
  • Wo gehst du gerne hin, um eine Ausstellung anzuschauen?
  • Welche Künstler inspirieren dich?
  • Was trägst du gerne?
  • Welche neuen Trends hast du zuletzt entdeckt?

Tiefer eintauchen! Mache mit diesen Fragen aus Small Talk Deep Talk!

  • Was war dein bisher schönstes Erlebnis?
  • Was würdest du gerne mal ausprobieren?
  • Wenn du im Lotto gewinnen würdest, was würdest du machen?
  • Welche Ziele hast du dir gesteckt?
  • Was ist das Wichtigste für dich im Leben?
  • Welche Eigenschaften schätzt du an anderen Menschen?
  • Welche Charaktereigenschaften magst du an dir selbst?
  • Was wäre deine erste Entscheidung, wenn du Bürgermeister wärst?
  • Was schätzt du an deinem aktuellen Wohnort ganz besonders und warum?
  • Was war dein Berufswunsch als Kind?

Mit diesen Fragen kannst du deine Small Talk Fähigkeiten nochmal auf ein ganz neues Level heben. Versuche sie mal bei deinem nächsten Gespräch und du wirst sehen, wie das Gespräch plötzlich viel spannender wird!

Jetzt denkst du dir vielleicht: Niemals würde ich meine Kollegen oder Kunden so etwas fragen! Aber bedenke eines: Menschen unterhalten sich sehr gerne. 2021 haben im SOEP immerhin 42 Prozent der Deutschen angegeben, sich einsam zu fühlen. Ein angenehmes Gespräch kann manchen Menschen den gesamten Tag verschönern.

Ein gut gefüllter und hektischer Bahnhof
Die Öffis: Richtig getimt kannst du hier Small Talk lernen und üben.

Wann ist der richtige Moment für Small Talk?

Unser Shore Blog richtet sich natürlich vorrangig an Dienstleister oder Einzelhändler, also Menschen, die jeden Tag mehrfach in Kontakt mit anderen Menschen kommen. Hier ist die ganz allgemeine Antwort: Bei jedem einzelnen Kundenkontakt, der länger dauert als 2 bis 3 Minuten ist Small Talk eine gute Idee.

Small Talk im Beruf einsetzen

Small Talk kann ein ziemlich nützliches Tool für dich als Dienstleisterin oder Einzelhändlerin sein, um einen Draht zu den Kunden zu knüpfen. Es hilft dabei, die Leute besser kennenzulernen und eine vertraute Atmosphäre zu schaffen. Das wiederum kann zu langfristigen Kundenbeziehungen führen und dir helfen, besser zu verstehen, was die Leute wollen. Außerdem, ganz nebenbei, macht Small Talk auch die Stimmung besser und zeigt den Kunden, dass sie geschätzt werden. Klingt doch ganz gut, oder?

Small Talk im Alltag einsetzen

Wenn du Small Talk lernen möchtest, gilt aber, dass du es auch im Alltag üben solltest. Deshalb wollen dir dazu auch eine Richtlinie geben: Nutze ruhende Gelegenheiten für Small Talk. Wenn du jemanden auf dem Spaziergang mit deinem Hund triffst, ist das nicht immer ideal. Oft sind Menschen auf dem Sprung und unterhalten sich mit dir nur aus Höflichkeit – dann ist das Gespräch erzwungen.

Tipp vom Profi: In einem Körpersprache-Seminar habe ich etwas gelernt, was mich bis heute bei solchen Gelegenheiten begleitet. Ich achte auf die Füße meiner Gesprächspartner. Zeigen beide Füße zu mir, unterhält sich die andere Person gerne. Dreht sie allerdings nur einen Fuß zu mir und der andere zeigt zum Beispiel schon Richtung Tür, möchte die Person so bald wie möglich weitergehen!

Keine Angst vor Redepausen oder Schweigen!

Schweigen ist vielen Menschen unangenehm. Dann wird aus der Situation schnell ein Notplan gestrickt, um sich belanglos zu unterhalten. Von solchen Gesprächen würde ich abraten. Entweder du schaffst es, diese Gespräche schnell spannend zu gestalten oder du genießt auch mal für einen Moment das Schweigen.

Was ist die richtige Übung für Small Talk?

Der beste Small Talk ist oft der, der nur ein paar Minütchen dauert. Deshalb nimm dir genau das vor. “Heute möchte ich mit zwei Menschen für 3 bis 5 Minuten plaudern” – das ist völlig ausreichend, wenn du besser werden möchtest. Nehme dir ein oder zwei Themen vor und lege einfach los. Egal ob es mit Kollegen, dem eigenen Chef, beim Geschäftsessen, der eigenen Kundschaft oder mit Fremden an der Bushaltestelle ist.

Small Talk lernen: Gesprächspartner im Alltag finden

Zwei Tipps: Die öffentlichen Verkehrsmittel sind ein super Ort für Small Talk. Erstens ist den Menschen sowieso langweilig und zweitens ist es ein klasse Gesprächsstart, sich über die Verspätung zu ärgern oder einander beim Suchen nach der richtigen Verbindung zu helfen. Aber es gibt natürlich auch Situationen, die nicht so geeignet sind – hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Small Talk fällt übrigens mit fremden Menschen leichter, die dir ähnlich sind. Frau zu Frau, Anzugträger zu Anzugträger – du weißt, was ich meine. Oft ist eure Ähnlichkeit auch ein gutes Instrument für den ersten Kontakt. Wir alle kennen “Sind Sie Deutscher!?” aus dem Urlaub.

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Small Talk als Instrument beim Networking

Small Talk ist eine großartige Möglichkeit, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, aber es ist nicht das Richtige für Networking. Networking ist längerfristig angelegte Beziehungsarbeit, die dazu dient, dir ein Netzwerk zu schaffen, das dir auf deinem Weg hilft. Deshalb ist es wichtig, dass du früh eine tiefe Ebene erreichst und dich gut über fachliche Themen austauscht.

Niemand wird sich an dich erinnern, wenn du einen Abend lang oder während eines Networking Events nur geplaudert hast. Diskutiere Ideen, Theorien, frage nach der Meinung anderer und höre aktiv zu!

Kurz gesagt, Small Talk ist wichtig, um Beziehungen aufzubauen und zu vertiefen. Es ist wie der Schlüssel zu einer coolen Unterhaltung und schafft eine total gemütliche Atmosphäre – ob im Job oder im Alltag. Aber Achtung, Small Talk will gekonnt sein, sonst wird’s unangenehm. Einfach locker bleiben, auf die Körpersprache des Gesprächspartners achten und das Gespräch natürlich fließen lassen. Und merk dir: Small Talk ist super, um den Anfang zu machen, aber für echtes Networking und langfristige Beziehungen ist es wichtig, tiefer zu gehen und richtig zu quatschen.

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