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Ist die TSE-Kasse Pflicht für Friseure?

von | 19. September 2022

Ab dem 1. Januar 2023 ist für alle elektronischen Registrierkassen eine technische Sicherheitseinrichtung (TSE) verpflichtend. Die Übergangszeit, die seit September 2020 läuft, ist mit Beginn des Jahres 2023 definitiv abgelaufen. Das gilt auch für Friseursalons – bis auf eine Ausnahme. 

Die Kassensicherungsverordnung tritt ab dem 1. Januar 2023 ohne Ausnahmen in Kraft. Elektronische Registrierkassen müssen im Folgenden mit einem TSE-System gesichert sein. Die TSE speichert Transaktionen ab und macht den Ämtern entsprechend die Auswertung einfacher.

Gilt die TSE-Pflicht auch für Friseursalons?

Die TSE-Pflicht tritt für alle Unternehmen in Kraft, somit auch für Friseursalons. Es gibt keine Ausnahmen für bestimmte Branchen, Umsatzzahlen oder für Kleinunternehmer. 

Daraus folgt, dass auch Friseursalons ihre elektronische Registrierkasse mit TSE ausstatten müssen. Zwar gibt es laut BMF die Möglichkeit, einen individuellen Härtefall zu beantragen und die Pflicht zumindest aufzuschieben, ein Erfolg dieses Antrags ist aber spätestens nach dem 1. Januar 2023 unwahrscheinlich.

Sollte nach dem 1. Januar 2023 noch eine elektronische Registrierkasse ohne TSE im Einsatz sein, droht ein Bußgeldverfahren. Die Kosten dafür sind schwer abzuschätzen, können sich aber bis auf fünfstellige Summen belaufen. Das Gesetz nennt ein Maximum von 25.000 Euro. Schon seit Ende 2021 finden Überprüfungen vermehrt statt und Verfehlungen werden verfolgt.

Möglicher Alternative zur TSE-Kasse: Die offene Ladenkasse

In Deutschland darf jeder Unternehmer eine offene Ladenkasse einsetzen. Diese befreit von der TSE-Pflicht, da TSE an diesen Geräten schlichtweg technisch nicht umsetzbar ist. Die TSE-Pflicht gilt ausschließlich für elektronische Registrierkassen – und diese sind in Deutschland nicht verpflichtend!

Friseursalons, die partout nicht auf TSE setzen wollen, können also weiterhin eine offene Ladenkasse einsetzen. Dann besteht aber das Risiko einer Kassennachschau durch das zuständige Finanzamt. Diese kann unangekündigt stattfinden. Bei der Kassennachschau entdeckte Verstöße können mit Bußgeldern bis zu einer Höhe von 25.000 Euro belegt werden.

Das Führen einer offenen Ladenkasse ist kompliziert und nimmt viel Zeit in Anspruch. Fehler können neuerdings teuer werden. Außerdem muss man sehr wahrscheinlich sagen: NOCH besteht die Möglichkeit, der TSE mit einer offenen Ladenkasse auszuweichen, früher oder später wird dieser Alternativweg wohl auch verschwinden.

Die offene Ladenkasse sollte nur in Ausnahmefällen als Alternative zu einer elektronischen Registrierkasse mit TSE eingesetzt werden. TSE klingt auf den ersten Blick komplex, es gibt aber inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, die den Einsatz vergleichsweise günstig und einfachen machen. Moderne Kassensysteme sind inzwischen schon ab 39€/Monat erhältlich.

Ben

Ben

Ben hat Abschlüsse in Management und Psychologie. Bei Shore jongliert er deshalb gerne mit Zahlen und hat ein genaues Auge auf alles, was mit Kommunikation zu tun hat.