In unserer Kolumne berichten wir nun regelmäßig über die Tücken, Freuden und Leiden des Business-Lebens. Wie der Name Kolumne schon sagt, geht es hier um die persönliche Meinung des Autors und nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung über das Paarungsverhalten der Schnabelbrust-Schildkröte. Ein Falsch oder Richtig gibt es also nicht!

Erst letztens streckte mir meine Kosmetikerin wieder stolz einen ihrer selbst gestalteten Flyer entgegen: „Schau mal, habe ich selbst gemacht – ist doch voll super geworden!“ Ähhhhhmmm… Nein! Mein Designherz blutete, als ich dieses „Meisterwerk“ betrachtet habe. Das konnte ich ihr – in ihrer vollen Euphorie etwas Wunderbares geschaffen zu haben – natürlich nicht an den Kopf werfen. Also ging ich einfach darüber hinweg und bat um einen nächsten Termin. Zu Hause fühlte ich mich echt schlecht, weil ich ihr nicht die Wahrheit gesagt hatte. So wie meiner Kosmetikerin geht es vielen kleinen Dienstleistern. Sie haben kein riesiges Budget, um Grafikdesigner oder Agenturen zu beauftragen. Also machen sie es einfach selbst. Dass sie damit ihr Image zerstören, ist ihnen gar nicht klar. Doch genau so ist!

„Mein Designherz blutet, als ich dieses „Meisterwerk“ betrachte.“

Subjektives Empfinden oder knallharte Wahrheit?

Ich habe ein Faible für gutes Design. Ganz egal, ob es sich um Taschen, Sofas, Postkarten oder einen Klorollenhalter handelt. Ich kann stundenlang durch Pinterest stöbern und mich von schönen Dingen inspirieren lassen. Nicht umsonst habe ich, bevor ich im Content Marketing gelandet bin, mal Modedesign studiert. Daher achte ich auch immer sehr darauf, wie Marketingmaterialien gestaltet sind. Drückt mir ein Friseur, Kosmetiker oder Yogastudio seinen Flyer in die Hand, fällt mein erster Blick auf das Design. Ich merke immer wieder, wie ich anhand dessen den Dienstleister in eine Schublade stecke: Billiges Papier, 0815-Schriften, unstrukturiertes Layout, verpixelte Bilder – das kann ja nichts werden! Festes Papier, hochwertige Bilder, klares Layout – muss ich ausprobieren! Man könnte mir nun vorwerfen, dass ich einen kleinen Tick habe, was das anbelangt. Doch die Adobe Studie „State of Create“ kam auf ähnliche Ergebnisse. Sieh selbst!

„Billiges Papier, 0815-Schriften, unstrukturiertes Layout, verpixelte Bilder – das kann ja nichts werden! Festes Papier, hochwertige Bilder, klares Layout – muss ich ausprobieren!“

Dienstleister mit gutem Design liegen klar im Vorteil

2016 wurden 5026 Erwachsene aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Japan für die „State of Create“ Studie befragt. Das Ergebnis war ziemlich eindeutig: Gutes Design entscheidet über das Image eines Unternehmens sowie über das Kaufverhalten und die Loyalität der Kunden. Ich möchte gerne ein paar Studienergebnisse mit dir teilen:

  • 61% der Befragten entscheiden sich zwischen gleichwertigen Produkten oder Dienstleistungen für die Wahl mit dem besseren Design.
  • 55% der der Deutschen beurteilen die Reputation von Unternehmen anhand der Designqualität der Marketing-Materialien.
  • Knapp die Hälfte der befragten Deutschen hat im vergangenen Jahr mindestens einmal einen Aufpreis für ein Produkt oder einen Service mit gutem Design bezahlt.

Du siehst: Gutes Design macht den Unterschied – nicht nur bei mir! Langfristig zahlt es sich aus, weil du damit mehr Kunden gewinnst und diese bereit sind höhere Preise zu zahlen.

Design für Dienstleister

Top oder Flop?!

Doch viel zu viele Dienstleister setzen auf „Do-it-yourself“, wenn es um Marketingmaterialien geht. Dann wird schnell mit WordArt und ein paar Smartphone-Bildern ein Flyer zusammengebastelt und auf dem heimischen Tintenstrahldrucker geprintet. Aber warum? Vielen kleinen Dienstleistern – vor allem denen, die gerade am Anfang ihrer Selbstständigkeit stehen – fehlt das Geld. Sie haben kein Budget, um den Auftrag an einen Profi abzugeben. Doch da liegt der Fehler! Wie die Studie deutlich zeigt, solltest du auf keinen Fall an deinem Design sparen. Es entscheidet darüber, wie dein Unternehmen wahrgenommen wird: „Billig-0815-Bude“ oder „Highend-Luxus-Dienstleister“. Und es entscheidet darüber, wie viel Geld am Ende des Monats in deiner Kasse landet.

Hol dir Unterstützung!

Also, lieber Dienstleister: Spar nicht an den falschen Ecken! Vielleicht kannst du an einem anderen Punkt deine Kosten etwas reduzieren und deine Materialien doch beim Profi in Auftrag geben. Vielleicht gibt es aber auch jemanden in deinem Freundes-/Familienkreis, der sich damit auskennt? Ansonsten stehen dir online zahlreiche Tools wie Canva, Piktochart und Co. zur Verfügung, wo du auf moderne Vorlagen zurückgreifen kannst. Oder du schaust mal bei uns auf dem Blog unter „Kostenlose Downloads“ vorbei! Wir stellen dir eine ganze Reihe an Vorlagen, Checklisten, eBooks und vieles mehr kostenlos zum Download bereit.

 

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