Staatliche Hilfen für Unternehmen während des zweiten Lockdowns

Staatliche Hilfen zweiter Lockdown

Die Bundesregierung hat allen vom Lockdown betroffenen Unternehmen auch dieses Mal finanzielle Unterstützung zugesichert. Man habe sich entschieden, „noch einmal nicht zu kleckern, sondern zu klotzen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Rund zehn Milliarden Euro lässt sich die Regierung diese Hilfen kosten. Doch wie kommst du an die staatlichen Hilfen? Wie hoch sind sie? Und bist du überhaupt berechtigt? Diese und viele weitere Fragen wollen wir hier klären!

Wer erhält die staatlichen Hilfen?

„Für die von den temporären Schließungen erfassten Unternehmen, Betriebe, Selbstständigen, Vereine und Einrichtungen wird der Bund eine außerordentliche Wirtschaftshilfe gewähren, um sie für finanzielle Ausfälle zu entschädigen“, heißt es in dem Beschluss von Bund und Ländern. Neben Unternehmen erhalten ebenfalls Soloselbstständige, Freiberufler und Vereine Hilfe, wenn sie die Umsatzeinbußen nachweisen können. Außerdem soll es auch Hilfe für alle Firmen geben, die “indirekt, aber in vergleichbarer Weise” vom Lockdown betroffen sind, so Altmaier.

Wie hoch sind die Unterstützungen während des zweiten Lockdowns?

Für die außerordentliche Wirtschaftshilfe gilt Folgendes:

  • Die Pauschale beträgt 75 % des Umsatzes bei Unternehmen bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
  • Maßgebliche Größe für die Berechnung ist der durchschnittliche wöchentliche Umsatz im November 2019.

Wenn du dich jetzt fragst: Und was ist mit allen größeren Unternehmen? Für diese Firmen gibt es Grenzen nach dem Beihilferecht der Europäischen Union. Allerdings sollen auch hier die rechtlich möglichen Unterstützungsmaßnahmen ausgeschöpft werden. Diese müssen aber zunächst vom Bundeswirtschaftsministerium ermittelt werden.

Und dann bleibt eine zweite große Frage offen: Was ist, wenn ich im November 2019 noch gar keinen Umsatz gemacht habe oder mein Umsatz sehr stark variiert? Für alle neugegründeten Unternehmen wird der Oktober 2020 als Bemessungsgrundlage herangezogen. Soloselbstständige, deren Umsatz sehr saisonabhängig und anlassgetrieben ist, können entscheiden, ob sie als Bezugsgröße für die Pauschale den Umsatz aus dem November 2019 oder den durchschnittlichen Umsatz aus dem ganzen Jahr 2019 verwenden lassen möchten.

Und noch ein weiterer wichtiger Punkt: Alle bereits für November bezogenen Hilfen werden auf diese Pauschale angerechnet

Wie beantragst du die staatlichen Hilfen?

Die genauen Formalitäten müssen noch von der Bundesregierung erarbeitet werden. Die entsprechenden Anträgen sollen zeitnah unter www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de verfügbar sein. Wichtig: Alle Anträge müssen durch Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer gestellt werden.

Gibt es weitere Unterstützungen?

Die Überbrückungshilfe II wird für die Monate September bis Dezember 2020 verlängert und für die vom Lockdown betroffenen Branchen verbessert. Außerdem wird der KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten geöffnet.
Für Januar bis Juni 2021 soll die Überbrückungshilfe III eingeführt werden.

Wir hoffen wir konnten dir mit diesem Artikel eine gute Übersicht über die aktuellen Hilfsmaßnahmen während des zweiten Lockdowns geben und werden diese Artikel stetig aktualisieren, um dich auf dem Laufenden zu halten.

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