Sofortmaßnahmen für Betriebe im Kampf gegen das COVID-19 Virus

Pandemieplan für den eigenen Betrieb entwickeln

Das COVID-19 Virus hat die Welt und Deutschland fest im Griff. Einrichtungen wie Kinos, Fitnessstudios, Bars, Museen, Schulen und Kindergärten wurden schon geschlossen, um die Verbreitung des Coronavirus so gut wie möglich einzudämmen. Dienstleister, also zum Beispiel Friseure oder Waschsalons, dürfen im Moment aber noch ihre Arbeit fortsetzen (Stand 18.03.2020). Einfach so weitermachen wie bisher können Salonbesitzer aber trotzdem nicht. Denn die aktuelle Situation erfordert besondere Verhaltensmaßnahmen und einen genauen Plan davon, wie man im eigenen Betrieb mit dem COVID-19 Virus, auch Coronavirus genannt, umgeht. Wir haben uns genau damit beschäftigt und alles Wichtige hier für euch im Überblick.

Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des COVID-19 Virus

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)hat einige Verhaltensregeln zum Schutz vor dem Coronavirus zusammengestellt. Dies sind allgemeine Leitlinien, die befolgt werden sollten, um sich vor Virusinfektionen zu schützen und sehen wie folgt aus:

  • Auf eine gute Handhygiene achten: Es wird empfohlen, sich regelmäßig und lange (also mindestens 20 Sekunden) die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. Dies gilt besonders nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten.
  • Berührungen vermeiden: Auf persönliche Berührungen mit anderen Personen, also zum Beispiel auf das Händeschütteln oder die Umarmung zur Begrüßung und Verabschiedung sollte verzichtet werden, damit Erreger möglichst nicht übertragen werden.
  • Abstand halten: Wenn möglich, sollte ein Abstand von ein bis zwei Metern zu anderen Personen eingehalten werden.
  • Hust- und Niesregeln einhalten: Husten oder Niesen sollte man grundsätzlich nur in die Armbeuge oder in ein Taschentuch, das danach in einem Mülleimer mit Deckel entsorgt werden sollte.
  • Hände vom Gesicht fernhalten: Auch wenn es schwerfällt, sich nicht mal über die Augen zu reiben oder an der Nase zu kratzen, sollte man sich wenn möglich nicht ins Gesicht fassen. Denn so können Keime über die Schleimhäute in den Körper gelangen.
  • Öffentliche Verkehrsmittel vermeiden: Wenn der Weg nicht zu lange ist, sollte auf öffentliche Verkehrsmittel verzichtet und stattdessen das Fahrrad benutzt werden. Auch zu Fuß gehen ist natürlich eine Option.

In folgendem Video fasst die BZgA in einer Minute Tipps zum Schutz vor Infektionen zusammen.

Schutz vor COVID-19 bei häufigem Kundenkontakt

Vor allem bei Salonbesitzern gehört der Kundenkontakt zum essentiellen Bestandteil des Geschäfts. Dadurch kommen sie täglich mit sehr vielen verschiedenen Menschen in Kontakt und das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken, steigt. Deshalb sollten bei der Arbeit in einem Team, das viel Kontakt zu Kunden hat, folgende Punkte besonders beachtet werden:

  • Allgemeine Hygienemaßnahmen: Die oben genannten Verhaltensregeln zum Infektionsschutz sollten unbedingt befolgt werden.
  • Abstand halten: In vielen Berufen mit Kundenkontakt kann der empfohlene Abstand von ein bis zwei Metern oft nicht eingehalten werden. Für solche Arbeiten sollten dann aber keine Mitarbeiter mit Vorerkrankungen eingesetzt werden.
  • Lüften der Arbeitsräume: Die Räume im Betrieb sollten regelmäßig und ausreichend lange gelüftet werden.
  • Mahlzeiten alleine einnehmen: Auch wenn es schön ist, mit den Kollegen die Mittagspause zu verbringen – zu Zeiten der COVID-19 Pandemie ist es empfehlenswert, alleine zu essen.
  • Desinfektionsmittel für Mitarbeiter und Kunden: Mitarbeiter und Kunden sollte generell nahegelegt werden, sich regelmäßig die Hände zu waschen und diese zu desinfizieren. So kann einfach am Eingang des Geschäfts ein Desinfektionsmittel bereit gestellt werden – zusammen mit einem Hinweis, sich bitte die Hände zu desinfizieren.
  • Team über alle Maßnahmen informieren: Alle Mitarbeiter sollten über die getroffenen Verhaltensregeln informiert werden. Es können auch Informationsblätter aufgehangen werden, die das ganze Team immer wieder an diese Regeln erinnern.

Welche Rolle spielen Bargeld, Oberflächen und Postsendungen bei der Übertragung?

Viele Dienstleister machen sich vielleicht Sorgen, dass sie sich über Bargeld oder Oberflächen im Geschäft mit dem Coronavirus anstecken könnten. Studien, die zeigen, dass sich Viren bis zu 72 Stunden auf Kunststoff oder Edelstahl halten können, schaffen zusätzlich Verunsicherung. Experten gehen aber davon aus, dass sich die Umstände dieser Studien nicht wirklich auf die Realität übertragen lassen. Der Center für Krankheitskontrolle und Prävention der USA (CDC) schätzt das Risiko einer Infektion über Oberflächen und damit auch über Bargeld als gering ein. Auch was Postsendungen betrifft, ist bisher noch kein Fall der Infektion durch Berührung bekannt. Den Hauptübertragungsweg scheint vielmehr die Tröpfcheninfektion darzustellen. Zur Sicherheit solltest du momentan trotzdem lieber auf Kartenzahlung setzen.

Sofortmaßnahmen für Betriebe im Kampf gegen COVID-19

Machen Masken für Mund und Nase für meine Mitarbeiter Sinn?

Laut dem Robert-Koch-Institut gibt es „keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert“. So kann das Tragen einer Maske sogar dazu führen, dass ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugt wird und deshalb andere Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden. Atemmasken ergeben demnach nur bei zwei Personengruppen Sinn: bei Menschen mit einer akuten respiratorischen Infektion und bei medizinischem Personal.

Pandemieplanung für den eigenen Betrieb

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stellt ein „Handbuch Betriebliche Pandemieplanung“ zur Verfügung. Während der Pandemiephase werden darin folgende Punkte empfohlen:

  • Aufrechterhaltung des Minimalbetriebs
  • Organisatorische Maßnahmen für das Personal: Der Personalbedarf sollte an die Pandemiesituation angepasst und die Versorgung und Betreuung des aktiven Personals sichergestellt werden. Außerdem sollten Verhaltensregeln zur Hygiene eingehalten und das Personal kontinuierlich informiert werden.
  • Externe Information: Es wird empfohlen, sich regelmäßig über den aktuellen Stand der Entwicklungen zu informieren. Dabei sollten Entscheidungen von Behörden beachtet und sich auch mit anderen Betrieben ausgetauscht werden.

Husten- und Niesregeln Niesen ins Taschentuch
Um einen Ausfall des gesamten Teams bei einer Infektion eines einzelnen Mitarbeiters zu verhindern, kann auch ein Plan zur Aufteilung des Teams in zwei Hälften aufgestellt werden: Team 1 arbeitet die erste Hälfte der Woche, Team 2 die zweite Hälfte. Ist ein Mitarbeiter beispielsweise aus Team 1 infiziert, kann sich der Rest der Mitarbeiter aus diesem Team in Quarantäne begeben und Team 2 übernimmt den Betrieb. Natürlich besteht immer noch die Gefahr, dass sich Mitarbeiter aus beiden Teams infizieren – das Risiko eines kompletten Teamausfalls ist damit aber schon einmal reduziert.

So bleibst du informiert

Aktuelle Informationen zum COVID-19 Virus stellen beispielsweise das Robert-Koch-Institut, sowie das Bundesministerium für Gesundheit zur Verfügung. Und auch auf unserer Überblicks-Seite zum COVID-19 Virus findest du wichtige Informationen dazu, wie du als Unternehmen mit der Corona-Krise umgehen kannst.

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