Schadensersatz bei geplatztem Friseurtermin? Die 3 größten Irrtümer

Termin vergessen, krank geworden, falsches Datum notiert – für Friseure kommt das alles auf das Gleiche heraus: der Termin fällt aus und man kann den entstandenen Schaden oft nur schwer kompensieren. So manchem Friseur reicht es da verständlicherweise irgendwann. Kann man gegen diese Frechheiten nicht auch rechtlich vorgehen? Schadensersatz verlangen? Dem Kunden mit Klagen drohen? Jein. Wir räumen mit den größten Irrtümern zu diesem Thema auf!

Irrtum 1: Erscheint mein Kunde nicht zum vereinbarten Termin, kann ich ihm den gesamten Betrag der Arbeit in Rechnung stellen.

Entsteht dem Friseur durch den ausgefallenen Termin ein Schaden, ist der Kunde theoretisch schadensersatzpflichtig. Dies ergibt sich aus § 642 Absatz 1 BGB. Allerdings kann beispielsweise bei einem geplatzten Färbetermin nicht einfach der komplette Betrag für eine Färbebehandlung in Rechnung gestellt werden. Bei der Berechnung der Höhe der Entschädigung muss nämlich auch berücksichtigt werden, dass sich der Friseur durch den ausgefallenen Termin ja auch Kosten (z.B. Strom, Wasser, Haarfarbe, etc.) gespart hat. Außerdem konnte vielleicht stattdessen ein anderer Laufkunde bedient werden. Den entstandenen Schaden genau zu berechnen und nachzuweisen, ist daher oft schwierig. Hinzu kommt, dass der Kunde über mögliche Schadensersatzzahlungen im Vorhinein informiert werden muss.

Irrtum 2: Wenn ein Kunde einen Termin platzen lässt, kann ich einfach die geleistete Anzahlung einbehalten.

Viele Friseure arbeiten mittlerweile mit Anzahlungen, die bei der Terminvereinbarung geleistet werden müssen. Der Gedanke dahinter: Kunden halten ihren Termin eher ein, wenn sie einen Teil davon schon bezahlt haben. Das ist aber auch schon alles. Denn Friseure dürfen Anzahlungen für einen versäumten Termin nicht einfach einbehalten. Rechtlich gesehen ist eine Anzahlung nämlich eine Teilzahlung der Vergütung und kann nicht als Vertragsstrafe genutzt werden. Anzahlungen müssen also auch im Falle eines ausgefallenen Termins zurückgezahlt werden, es sei denn, man macht den Anspruch auf Entschädigung für den Ausfall geltend und verrechnet die Anzahlung damit.

Darf man bei Terminausfall die Anzahlung einbehalten? width=

Irrtum 3: Es lohnt sich, von meinen Kunden Schadensersatz zu verlangen.

Schadensersatz für ausgefallene Termine zu erhalten klingt zwar verlockend. Hier muss man aber bedenken, dass man seinen Kunden in den meisten Fällen dafür verklagen müsste. Dann bekommt man vielleicht Recht, erhält die Schadensersatzzahlung – und hat garantiert einen Kunden weniger. Und der erzählt die ganze Geschichte ziemlich wahrscheinlich zehn Bekannten weiter. Das Ergebnis: Ein unzufriedener Kunde und ein zerstörtes Image.

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Terminausfälle effektiv verringern

Terminausfällen mit Klagen und rechtlichen Schritten beizukommen, ist sicher nicht die cleverste Lösung. Statt seinen Kunden also mit möglichen Entschädigungen zu drohen, könnte man sie auch mit einem guten Service locken: Denn sehr viele Buchungssysteme bieten heute automatische Terminerinnerungen an. Der Kunde vereinbart einen Termin, bekommt erstens eine Bestätigungsmail und zweitens eine freundliche Terminerinnerung kurz vor dem Termin. Deine Kunden freuen sich über diesen extra Service und du reduzierst effektiv unerwünschte Terminausfälle. Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe!
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