Ein Flyer für deine Heilpraxis: Egal, ob du ihn selbst gestaltest oder gestalten lässt – wir zeigen dir in 5 Schritten, welche Inhalte du wählst, welche Formate es gibt und worauf du bei Layout, Farben und Schriften achten musst. Lass dich zudem von tollen Flyerbeispielen anderer Heilpraktiker inspirieren.

„Kurz, knackig und informativ“ ist das Motto eines Flyers. Dann können ihn deine Patienten mitnehmen, sich informieren und auch weitergeben.

Wir zeigen dir deshalb Schritt für Schritt, wie du deinen eigenen Heilpraxis-Flyer professionell gestaltest. Bevor es losgeht, solltest du aber die folgenden Punkte klären:

  • Gestaltest du den Flyer selbst oder lässt du ihn von einem Grafikdesigner gestalten? Selbst gestalten ist natürlich günstiger. Bist du aber kein gelernter Grafikdesigner, wird das Ergebnis vermutlich nicht so professionell aussehen und auch die Druckvorbereitung schwieriger werden.
  • Wie viel Zeit und Budget steht zur Verfügung? Das beeinflusst die Entscheidung, wer deinen Flyer gestaltet, wie umfangreich und hochwertig er wird und wo du ihn drucken lässt.
  • Wo lässt du deinen Flyer drucken? Das solltest du vorab klären, weil es deine Gestaltungsmöglichkeiten einschränken kann. Nicht jede Druckerei druckt jedes Format und auch die Druckvorgaben sind oft unterschiedlich.

Flyer in Heilpraxis

1. Was willst du mit deinem Flyer erreichen?

Es gibt verschiedene Arten von Flyern. Überlege dir zuerst: Worüber soll dein Flyer informieren?

  • Imageflyer: Er stellt dich, deine Praxis und deine Leistungen im Überblick vor.
  • Eventflyer: Er informiert über ein Event, zum Beispiel deine Praxiseröffnung oder ein Seminar.
  • Leistungsflyer: Er stellt einen Behandlungsbereich ausführlicher vor. Im Gegensatz zum Imageflyer kann er so genauer über eine Leistung informieren und deinen Patienten zu ihren individuellen Beschwerden die passenden Informationen liefern.

Führe dir vor Augen, wer den Flyer erhalten soll. Daran solltest du dich im ganzen Prozess der Flyererstellung orientieren. Denn Layout, Gestaltung und Texte müssen den Geschmack deiner Patienten treffen.

2. Worüber soll dein Flyer informieren?

Überlege dir: Was will der Patient wissen, wenn er deinen Flyer in die Hand nimmt?

Welche Inhalte gehören in den Flyer?

Du solltest alle wichtigen W-Fragen zumindest kurz beantworten. Im Imageflyer bieten sich beispielsweise diese Inhalte an:

Wichtigste Leistungen: Was bietest du? Wie? Und warum?

Beschreibe knapp, welche Therapien du anbietest, wem du damit helfen kannst und gegebenenfalls wie die Therapie abläuft. Du solltest herausstellen, was das Besondere an deiner Heilpraxis ist, also warum du dich von anderen Heilpraktikern unterscheidest.

Heilpraktiker Behandlungen richtig bewerben

Über dich: Wer bist du?

Ein sympathisches Verhältnis zwischen dir und deinen Patienten ist wichtig. Die Chemie muss stimmen. Erzähle deinen Patienten etwas über dich, deine Ausbildung und deine Fähigkeiten.

Kontakt: Wo ist deine Praxis? Wann hat sie geöffnet?

Ziel des Flyers ist die Kontaktaufnahme: Adresse, Telefonnummer, E-Mail und Website dürfen nicht fehlen. Bei ausreichend Platz kannst du ergänzen, wie deine Patienten am besten zu dir kommen und deine Sprechzeiten angeben.

Bring es auf den Punkt

Die Aufmerksamkeitsspanne des Lesers ist kurz. Informiere also knapp über das Wichtigste. Es geht um den Überblick; weitere Informationen können Patienten per Telefon oder auf deiner Website erhalten.

Kurze Sätze und aussagekräftige Überschriften helfen deinem Leser, die Inhalte aufzunehmen. Sprich deine Leser möglichst persönlich an und erkläre Fachbegriffe.

Achte aber auf die Formulierungen, denn als Heilpraktiker darfst du keine Versprechen geben. In dem Artikel „Werbung als Heilpraktiker: Was ist erlaubt?“ erfährst du mehr.

3. Wie willst du deinen Flyer gliedern?

Es gilt: Weniger ist mehr. Überlade den Flyer nicht mit Informationen, denn zu viel Text schreckt ab. Biete deinem Leser aber trotzdem so viel Mehrwert wie möglich.

Layout

Dein Flyer muss übersichtlich und ansprechend sein. Dann findet sich dein Leser gut zurecht. Ideal ist eine gute Balance aus Text und Bildern. Auch Weißraum (leerer Platz) ist kein verschwendeter Platz, sondern hilft, deine Inhalte besser zu gliedern. Lass außerdem genug Platz zum Rand, damit beim Druck nichts abgeschnitten wird.

Tipp: Lass dich am besten zunächst von anderen Flyern inspirieren. Was gefällt dir gut, was gefällt dir nicht? Was willst du übernehmen, was willst du besser machen?

Anschließend zeichnest du dein Flyerlayout mit Bleistift vor. Nutze einfach Kästen und Balken für die verschiedenen Text- und Bildelemente. So siehst du schnell, welche Aufteilung dir gefällt.

Attraktive Flyer für deine Heilpraxis

Aufteilung

Die Titelseite ist das erste, was dein Patient sieht. Sie entscheidet, ob er nach deinem Flyer greift. Dein Logo und Name sollten unbedingt zu sehen sein. Eine knackige Überschrift und Text verdeutlichen, worum es in dem Flyer geht. Ein Foto spricht emotional an.

Die Inhaltsseiten zeichnen sich durch eine ansprechende Gliederung aus. Jeder Gedanke sollte durch einen Absatz getrennt sein, jedes Thema durch eine neue Überschrift. Bilder, Textkästen, Zitate, Striche oder Aufzählungen helfen, die Inhalte abwechslungsreich zu gliedern.

Die Kontaktdaten heben sich deutlich von den anderen Inhalten ab. Sie sind am wichtigsten. Am besten ist eine eigene Seite oder ein extra Kasten.

Format

DIN lang ist wahrscheinlich das bekannteste Flyerformat. Es ist etwa eine 3-fach gefaltete A4-Seite. Eine Aufteilung könnte sein:

  • Einladende Titelseite (1),
  • klappt man den Flyer auf, zeigen die Innenseiten (2), (3), (4) gut gegliedert die Details,
  • auf der eingeklappten Rückseite (5) stellst du dich vor
  • und die letzte Seite (6), die zusammengeklappt die Flyerrückseite ist, enthält alle Kontaktdaten.

Heilpraktikerin Eva Kupper hat ihren Ayurvedaflyer ähnlich aufgeteilt:

Es gibt aber jegliche Flyerformate von A6 bis A4; einfach, mehrfach oder gar nicht gefaltet; mit oder ohne Rückseite.

Je nach Inhalt weißt du selbst, welches Format am besten geeignet ist. Spare im Zweifelsfall nicht am Format, sondern achte darauf, dass eine ansprechende Gliederung und Gestaltung dem Leser das bieten, was ihn überzeugt.

4. Wie willst du deinen Flyer gestalten?

Dein Flyer sollte ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Orientiere dich an deinem Praxisauftritt, um ein einheitliches Bild zu schaffen.

Farben

Nutze eine Farbe, die hervorsticht. Sie muss nicht grell sein, auch eine gedeckte Farbe oder ein harmonischer Farbkontrast schaffen Aufmerksamkeit.

Welche Farbe nutzt du bereits in deinem Logo und anderen Werbemitteln? Sie schafft den idealen Wiedererkennungswert deiner Praxis. Um mehr Farben zu erhalten, kannst du diese transparent abstufen, eine weitere harmonische Farbe wählen oder mit verschiedenen Grautönen arbeiten.

Schrift

Achte auf eine gute Lesbarkeit, auch ohne Brille. Vor allem der Fließtext sollte eine klare, ruhige Schriftart haben. Schreibschrift oder Handschrift ist meist nicht gut lesbar! Auch reine Groß- oder Kleinbuchstaben sind für das Auge schwieriger zu entziffern.

Um für Abwechslung zu sorgen, kannst du eine weitere, harmonierende Schriftart, beispielsweise für die Überschrift, wählen. Aber es gilt: Nicht mehr als zwei Schriftarten und drei Schriftgrößen.

Bilder

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Mit Bildern sprichst du die Emotionen deiner Leser an. Sie stechen ins Auge und bleiben auch besser im Kopf. Das solltest du nutzen.

Wähle Bilder, die zu deinem Thema passen, die deine Zielgruppe ansprechen, farblich stimmig und qualitativ hochwertig sind. Schlecht fotografierte oder gestellte Bilder wirken billig. Auch ein Bild von dir sollte unbedingt auf den Flyer.

5. Was musst du beim Druck beachten?

Lass deinen Flyer von einer anderen Person korrigieren und gegenlesen! Rechtschreibfehler, missverständliche Aussagen oder Patzer im Design können nach dem Druck nicht geändert werden.

Druckvorbereitung

Damit dein Flyer gedruckt genauso aussieht wie auf dem Bildschirm, musst du unbedingt die Angaben der Druckerei beachten. Lass dir am besten von einem Grafiker helfen. Manchmal hilft dir auch die Druckerei oder überprüft zumindest deine Daten. Das wichtigste kurz zusammengefasst:

  • Farbraum: Es gibt den CMYK- und RGB-Farbraum. Normalerweise wird für den Druck CMYK genutzt.
  • Beschnitt: Der Flyer wird gewöhnlich mit einigen Millimetern Rand gedruckt und dann zugeschnitten. Geht ein Bild bis zum Flyerrand, muss es zum Beschnittrand verlängert werden.
  • Schrift: Die Schrift sollte eingebettet sein. Das heißt, die Schriftinformationen werden in das Dokument übertragen.
  • Bilder: Die Bilder müssen die richtige Auflösung haben. Im Druck sind das optimalerweise 300 dpi.
  • Format: Meist fordert die Druckerei ein druckfertiges PDF.

 

Druckmöglichkeiten

Auch die Haptik („Tastsinn“) ist wichtig. Ein festes Papier wirkt viel hochwertiger als ein leichter, „labbriger“ Flyer – das überträgt sich unterbewusst auch auf den Eindruck deiner Patienten. Es lohnt sich, zu investieren.

Neben festerem Papier gibt es weitere Auswahlmöglichkeiten wie die Papierstruktur, Prägungen oder Lack. Das kostet natürlich meist mehr.

Flyer verbreiten

Lege die Flyer dort aus, wo auch deine Patienten vorbeikommen. Ist das im Bioladen, in der Volkshochschule oder im Yogastudio? Frag höflich an, ob du deine Flyer dort auslegen darfst.

Heilpraktikerin Eva Kupper erzählt, wo sie ihre Flyer auslegt:

„Ich habe die Flyer in meiner Praxis und lege sie auch aus. Zum Beispiel in Bioläden oder Restaurants, je nachdem, wo es vom Publikum her passt. Ich habe viele Schwangere in Behandlung und die Flyer deshalb auch bei Frauenärzten ausgelegt.

Am Anfang bin ich viel rumgefahren, jetzt habe ich die Zeit nicht mehr. Ich habe deshalb immer Flyer im Auto. Habe ich irgendwo das Gefühl, Flyer auslegen zu müssen, mache ich das direkt.“

Tipp: Mit dem Kundenmanagement von Shore kannst du deine Patientendaten leicht verwalten und hast schnell einen Überblick, wo deine Patienten anzutreffen sind.

Lass dich inspirieren

Wir haben einige Flyer gesammelt. Schau sie dir an und wäge ab, was dir gefällt und was nicht.

Heilpraktikerin Eva Kupper nutzt einen einseitigen Imageflyer, um kurz und knapp über ihre Leistungen und ihre Praxis zu informieren. Sie selbst sagt:

„Die Flyererstellung hat eine Grafikdesignerin übernommen. Ich habe Input gegeben und die Texte geschrieben, sie hat mir anschließend Vorschläge geschickt. Gemeinsam haben wir so lange verbessert, bis es gepasst hat.

Es lohnt sich, den Flyer professionell gestalten zu lassen. Die ersten habe ich selbst gestaltet und kann sie heute nicht mehr anschauen. Ich bin kein Grafiker, ich wusste zum Beispiel nicht, welches Dateiformat oder welche Auflösung ein Bild haben muss, damit es im Druck gut aussieht. Das sieht professionell gemacht deutlich besser aus.“

Heilpraktikerin Petra Dostal informiert in ihrem Imageflyer ausführlich über ihre Leistungen.

„Ich arbeite professionell, das soll bereits mein Flyer zum Ausdruck bringen, deshalb habe ich mir einen Profi für die Gestaltung genommen.

Als erstes haben wir gemeinsam ein Logo für meine Praxis entwickelt, was viel Spaß gemacht hat. Und ganz ehrlich, es wäre ohne die Grafikerin niemals so gut gelungen. Es folgte der Flyer, zu dem ich die Texte beigesteuert habe. Auch die Fotos sind von mir, so gibt es keine Probleme mit Urheberrechten.“

Heilpraktiker Werbebroschüre
Flyer Heilpraktikerin Petra Dostal
Imageflyer von Heilpraktikerin Petra Dostal. © Petra Dostal

Ganz ähnlich ist der Imageflyer von Heilpraktiker Simon Gilljohann aufgeteilt.

Simon Gilljohann Praxisflyer
Flyer Simon Gilljohann
Imageflyer von Heilpraktiker Simon Gilljohann. © Simon Gilljohann

Ein Flyer allein macht noch keinen Patientenstamm

Willst du als Heilpraktiker mehr Erfolg haben und mehr Umsatz machen, musst du dein Praxismarketing ausbauen. Ein Flyer ist zwar ein guter Anfang, aber erst mit einer ansprechenden Website, einem tollen Newsletter und gutem Social Media bist du überall präsent.

Bildquellen: © iStock/PeopleImages; © iStock/filmfoto; © iStock/cmspic; © iStock/sultancicekgil;

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