Interview mit Dominic von Daquaro

Interview Dominic Aquaro

Barbier Dominic Aquaro hat das Friseurhandwerk von der Pike auf gelernt, ehe er sich vor einigen Jahren voll und ganz dem Barbering verschrieben hat. Dafür reiste er sogar nach Südafrika, um in Kapstadt bei einem der besten Barbershops der Stadt die klassische Rasur zu erlernen. Heute ist Dominic Inhaber des Daquaro Barber Shops in Düsseldorf. Das Konzept ist innovativ, denn er setzt auf ein Shop-in-Shop-Konzept im Düsseldorfer me and all hotel.

Wir haben Dominic vor ein paar Wochen in seinem Barber Shop zum Interview getroffen und mit ihm über die Zeit der Gründung, seine Herausforderungen im Berufsalltag und seine Inspirationen gesprochen.

Shore: Was sind deine größten Herausforderungen im Berufsalltag?

Dominic: Es fällt mir oft sehr schwer, meine Pausen einzuhalten, da ich sehr gut ausgelastet bin. Außerdem möchte ich meine Kunden perfekt verstehen und beraten. Ich möchte herausfinden, was die Kunden wollen. Genau da sehe ich auch meine Qualität: die Kunden immer wieder aufs Neue beraten und ihren Ansprüchen immer wieder gerecht zu werden. Oft möchte der Kunde auch etwas, was ihm nicht steht.

Shore: Sagst du dann auch, dass ihm das nicht stehen würde?

Dominic: Absolut.

Shore: Stell dir vor, du könntest die Zeit zurückdrehen: Würdest du mit deinem Business alles genauso machen? Oder was würdest du ändern?

Dominic: Ich würde alles wieder genau gleich machen. Diese Zeit war ein unglaublich wichtiger Lernprozess, sogar die Zeit während der Anstellung. Ich habe bei meinem damaligen Chef Fehler gesehen, die ich jetzt vermeiden kann. Ich habe also nichts bereut.

Shore: Hättest du dir gewünscht, Unterstützung zu haben?

Dominic: An einem gewissen Punkt, ja. Ich wusste nicht, wo ich anfangen soll. Wäre da jemand gewesen, der mir Unterstützung angeboten hätte, hätte ich das mit Sicherheit in Erwägung gezogen, auch wenn ich von Anfang an eine starke Vision hatte, weshalb es schwer gewesen wäre, mich zu “formen”. Ich hatte teilweise auch Unterstützung, was ich aber erst später verstanden habe. Das waren Leute, die mich immer wieder in die richtige Richtung gestoßen haben und mir Denkanstöße gegeben haben. Ich hatte Glück, dass alles funktioniert hat, aber die Prozesse haben mir viel gelehrt.

Shore: Wo sammelst du Inspirationen für dein Business?

Dominic: Viel in der Mode, ich habe ja auch ein Fashionlabel. Und dann bei meinen Freunden, die unter anderem auch Blogger sind und somit immer wieder an den Trends arbeiten und sie auch vorgeben. Ich lasse mich auch bei meinen Reisen inspirieren. Ich habe eine Weile in Südafrika und London gelebt und war dort häufig auf Messen. Ich würde sagen, dass mich beim Barbering vor allem Kapstadt inspiriert hat und im Friseurbereich London. Alltäglich aber, wie gesagt, bei meinen Jungs in der Fashionsszene.

Shore: Was waren deine größten Herausforderungen während der Gründung?

Dominic: Da ich ein Franchise-Konzept geschrieben habe, war die größte Herausforderung, das System zu bauen, bevor ich den Laden überhaupt habe. Das war ja alles fiktiv, ich habe an diesem Zeitpunkt noch keinen Haarschnitt für mein eigenes Geschäft gemacht. Man muss alles festlegen – wie die Beschaffungszeit, die Lieferzeit, etc. Da alles innerhalb von zwei Monaten beschaffbar sein muss.

Interview mit Dominic von Daquaro

Shore: Hast du dir dafür Feedback geholt?

Dominic: Nein, ich habe das aus der Erfahrung heraus gemacht. Ich habe auch eine Art Mentor, der im Bereich Pharmazie Franchisegeber ist. Er hat mir gar nicht so viel im fachlichen Bereich geholfen, sondern hauptsächlich Mut gemacht und Denkanstöße gegeben. Das hat mir sehr viel Sicherheit gegeben. Zum Beispiel, als ich das Konzept in diesem Hotel vorgestellt habe, sagte er: „Du bist Teil des Unternehmens.“ Das habe ich im Gespräch nicht gebraucht, aber es hat mir Halt gegeben, dass da jemand war, der mir Rückendeckung gibt. Das System war zwar fertig, aber das war der Push, den ich gebraucht habe. Das mache ich auch mit meinem Franchise-Konzept. Man braucht oft nur jemanden, der hinter einem steht.

Shore: Über welchen Kanal generierst du die meisten Neukunden?

Dominic: Instagram. Ich arbeite aber nicht mit Anzeigen, sondern mache das in Zusammenarbeit mit Bloggern, wodurch ich sehr viele Anfragen reinbekomme. Die Anfragen gehen dann natürlich wieder runter, aber in der Zeit, in der der Blogger einen Post macht, geht das viral. Im Moment halte ich Werbung aber generell zurück, da ich ausgebucht bin und auch niemanden abschrecken will, der dann keinen Termin bekommt. Ich habe aber eine SEO-optimierte Website und arbeite daran, dass ich damit gut gelistet bin.

Shore: Vielen Dank für deine Zeit und das Interview, Dominic!

Dominics Lieblingsfunktion

„Ganz klar die Onlinebuchung, weil sie mir am meisten Arbeit abnimmt und ich durch die Zeitersparnis effektiv Geld verdiene. Zeit ist Geld. Ich habe natürlich auch mein Handy im Laden, da rufen aber nur Kunden an, wenn sie mal einen Termin stornieren müssen.“