Hygiene im Friseursalon: Alles sauber, oder was?

Hygiene im Friseursalon

Als Friseur musst du aufpassen, dass dein Kunde nur den neuen Haarschnitt und nicht noch die Keime des Vorgängers mit nach Hause nimmt. Im Salon kommst du deinen Kunden sehr nah – das lässt sich nicht vermeiden. Auch Schere, Lockenwickler und Kamm kommen unweigerlich mit Haut und Haaren der Kunden in Verbindung. Ein wahres Fest für Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Was kannst du also für die Hygiene im Friseursalon tun? Und welche Hygieneverordnungen gibt es für Friseure?

Hygiene – Was ist das eigentlich?

Umgangssprachlich wird Hygiene gerne mit Sauberkeit gleichgesetzt. Doch das ist nicht ganz richtig. Das Wort Hygiene kommt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „der Gesundheit dienende (Kunst)“. Gemäß der WHO (Weltgesundheitsorganisation) bezieht sich Hygiene auf die Bedingungen und Handlungen, die dazu dienen, die Gesundheit zu erhalten und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. So viel also zur Theorie.

Die Hygienevorschriften für Friseure

Durch den unvermeidlichen Körperkontakt mit Kunden spielt Hygiene im Friseursalon eine große Rolle. Ein unsauberer Kamm, winzige Blutspuren an der Haarschneidemaschine oder Keime an der Bürste – das alles kann der Beginn einer kleinen (oder großen) Katastrophe sein. Deshalb gibt es bestimmte Mindestanforderungen, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden. Konkrete Maßnahmen regelt die Hygieneverordnung, die jedes Bundesland separat erlässt. Wenn du also einen Friseursalon eröffnest oder führst, musst du dich unbedingt mit diesen Anforderungen auseinandersetzen. Tust du das nicht, drohen hohen Strafen, denn die Einhaltung wird von den Gesundheits- und Gewerbeämtern geprüft. Hast du von dieser Verordnung bislang nichts gehört, solltest du das schleunigst nachholen!

Die einzelnen Bundesländer setzen bei der Hygieneverordnung unterschiedliche Schwerpunkte. Deshalb lässt sich pauschal nicht sagen, welche Punkte du beachten musst. Wir haben dir aber ein paar allgemeine Tipps zur Hygiene im Friseursalon zusammengestellt – die dich, deine Mitarbeiter und deine Kunden bestmöglich schützen!

6 Tipps für die Hygiene im Friseursalon

1. Einmalhandschuhe sind ein Muss

Eigentlich sollten Einmalhandschuhe für Friseure so selbstverständlich wie das Anschnallen im Auto sein. Uns ist klar: Schön sind die nicht und bequem auch nicht. Aber sie schützen vor den Folgen der Feuchtarbeit (trockene rissige Hände, Ekzeme etc.) sowie vor Chemikalien und bilden eine Barriere gegen Keime. Einmalhandschuhe sollten immer zum Einsatz kommen, wenn mit Wasser oder Substanzen wie Shampoo, Reinigungsmittel oder Haarfarben gearbeitet wird – oder wenn ein Infektionsrisiko besteht, beispielsweise bei sichtbaren Hautkrankheiten.

2. Händewaschen nicht vergessen

Eigentlich sollte dieser Punkt selbstverständlich sein, aber sicher ist sicher! Zu Beginn der Arbeit, nach jedem Toilettengang, nach dem Naseputzen sowie vor und nach dem Essen müssen die Hände gewaschen werden. Das sollte dir ja aus der Kindheit noch bekannt vorkommen. Deswegen wollen wir an diesem Punkt auch gar nicht viel Zeit verschwenden. Wichtig ist noch, dass du der Hygiene zuliebe eine Waschlotion aus dem Spender und Einmalhandtücher verwendest. Seifenstücke oder Handtücher sind das reinste Keimparadies und damit tabu! Desinfizieren musst du die Hände nur, wenn eine sichtbare Hautkrankheit beim Kunden oder eine Schnittverletzung vorliegt.

3. Schmuck muss zu Hause bleiben

Nach TRGS 530 „Friseurhandwerk“ (TRGS steht für Technische Regeln für Gefahrstoffe) dürfen Friseure bei der Arbeit keinen Schmuck wie Ringe, Armbänder oder Uhren an Händen und Armen tragen. Warum? Ganz einfach: Chemikalien und Feuchtigkeit lassen sich unter dem Schmuck nicht vollständig entfernen und tragen damit zu krankhaften Hautveränderungen bei. Auch auf künstliche Fingernägel solltest du besser verzichten. Hier können sich Bakterien und Pilze unter den Nägeln ansiedeln, der Handschuh reißen oder der Kunde verletzt werden.

4. Wunden richtig versorgen

Wo mit Schere und Messer gearbeitet wird, sind Schnittverletzungen nicht weit entfernt. Das lässt sich leider nicht vermeiden. Das Wichtigste ist die schnelle und richtige Versorgung der Wunde. Nur so kannst du eine Infektion durch Krankheitserreger im Blut verhindern. Zur korrekten Wundversorgung gehören auf jeden Fall Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und sterile Verbandsstoffe. Übrigens: Ein kleiner Verbandskasten nach DIN 13157 ist Pflicht. Und dieser sollte immer griffbereit und vollständig sein. Auch das gehört zur Hygiene im Friseursalon.

hygienevorschriften für friseure

5. Richtig reinigen und desinfizieren

Schnell mal mit dem Kundenhandtuch die Saloneinrichtung abgewischt oder in die Hände geniest und anschließend dem Kunden durch die Haare gewuschelt? Etwas übertrieben – aber so läuft es nicht. Alle Utensilien, mit denen deine Mitarbeiter und deine Kunden in Berührung kommen, sollten in einwandfreiem (keimfreien) Zustand sein. Das funktioniert nur, wenn du auf die korrekte Reinigung und Desinfektion wertlegst. Handtücher gehören nach jedem Gebrauch bei 60 Grad in die Waschmaschine und anschließend in den Trockner. Mehrwegumhänge müssen täglich gewaschen werden und dürfen nur mit Einwegkrepppapier (Halskrause) verwendet werden. Zur richtigen Hygiene in deinem Salon gehört auch das Aufkehren von Haaren nach jedem Haarschnitt – und nicht erst, wenn sich die Haare meterhoch auf dem Fußboden stapeln. Kontaktflächen wie Stühle, der Arbeits- oder Sanitärbereich müssen außerdem mindestens einmal am Tag gründlich gereinigt werden. Dann wären da noch Schere, Kamm, Lockenwickler und Co. – sie müssen nach jedem Kunden grob gesäubert und am Ende des Tages nass gereinigt werden. Geräte wie Rasiermesser oder Pinzetten, bei denen es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen kommt, müssen nach jeder Benutzung desinfiziert werden. Bei Kontakt mit Blut oder anderen Körpersekreten gilt allgemein: Direkt desinfizieren!

6. Essen, Trinken, Rauchen

Ein herzhaftes Käsebrot ist was Feines – aber nicht in den Arbeitsräumen! Nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe für das Friseurhandwerk sind Nahrungsmittel und Getränke ausschließlich im Pausenraum erlaubt. Auch Rauchen ist aus hygienischen Gründen nicht gestattet.

Wie steht es um die Hygiene in deinem Salon?

In Sachen Hygiene gibt es im Friseursalon einiges zu beachten. Aber du möchtest ja auch nicht im Restaurant aus dem Glas des letzten Gastes trinken oder dich auf die verschwitzte Liege bei der Massage legen. Deine Kunden und Mitarbeiter liegen dir am Herzen – versuche sie, so gut es geht, vor all den bösen Bakterien, Viren und Co. zu beschützen.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege hat ein paar spannende Downloads zu dem Thema bereitgestellt. Zum einen findest du dort einen Reinigungs- und Desinfektionsplan und zum anderen einen Hautschutz- und Händehygieneplan – beides speziell für Friseure.

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