7 Dinge, die du aus der Corona-Krise mitnehmen solltest

Aus der Corona-Krise lernen

„In jeder Krise liegt auch immer eine Chance, aus der man etwas machen kann. Und genau das tun wir auch. “ Dieses Zitat aus dem Interview mit Daniel Machts von der D. Machts Group trifft es auf den Punkt. Die Corona-Krise hat die Dienstleisterbranche komplett auf den Kopf gestellt. Von heute auf morgen sind die Umsätze eingebrochen bzw. komplett weggefallen, Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit geschickt und weitere staatliche Hilfen beantragt werden. Plötzlich standen viele Unternehmer vor den Scherben ihrer Existenz. Aber trotzdem ist diese Krise auch eine riesengroße Chance – eine Chance, in der Zukunft vieles besser zu machen. Mit den ersten Wiedereröffnungen von Geschäften und der Wiedereröffnung der Friseursalons ab dem 04. Mai kehrt Stück für Stück Normalität zurück. Umso wichtiger ist es, zurückzublicken und die vergangenen Wochen nicht einfach unter den Teppich zu kehren, sondern dir bewusst zu machen, was du daraus für die Zukunft mitnimmst.

1. Rücklagen können deine Existenz retten

Plötzlich war er da, der Shutdown. Von jetzt auf gleich waren die Läden dicht. Viele Unternehmer standen ohne Einnahmen da. Aber leider auch ohne Rücklagen. Immer wieder liest man, dass Selbstständige Rücklagen für mindestens drei Monaten haben sollten. Doch viele Dienstleister leben schon unter normalen Umständen so knapp am Existenzminimum, dass an Rücklagenbildung gar nicht zu denken ist. Das wiederum führte dazu, dass der Shutdown diese Unternehmen von heute auf morgen in eine Existenznot gestürzt hat – schließlich bleibt ein Großteil der Fixkosten auch bei einer angeordneten Schließung bestehen. Durch staatliche Hilfen konnten viele dieser Betriebe erst einmal vor dem Bankrott gerettet werden. Aber ist das wirklich die Lösung des Problems? Sollten man jetzt einfach weitermachen wie bisher und die letzten Wochen verdrängen? Funktionieren würde es vermutlich. Bis zur nächsten Krise. Nimm die Erfahrung der letzten Wochen lieber zum Anlass, etwas zu ändern. Stelle deine Einnahmen und Ausgaben auf den Prüfstand, entlarve eventuelle Geldfresser, feile an deinem Konzept, erstelle noch einmal einen realistischen Businessplan und hol dir Hilfe von Leuten, die sich auskennen. Jedes Business sollte profitabel genug sein, um Rücklagen zu bilden. Umsätze können immer wieder einbrechen, da braucht es nicht unbedingt ein neuartiges Virus.

2. Schaffe weitere Umsatzmöglichkeiten

Das führt uns auch direkt zum nächsten Punkt. Wie sagt man so schön: Auf einem Bein steht es sich schlecht. Nein, in diesem Falle soll es dich nicht dazu animieren, noch einen Kurzen zu trinken – sondern eine weitere Umsatzmöglichkeit zu schaffen. Für viele Dienstleister ist mit dem Shutdown der Umsatz zu einhundert Prozent weggebrochen. Jetzt könntest du argumentieren: Ein Friseur, der keine Haare mehr schneiden darf, macht halt auch keinen Umsatz mehr. Aber das ist nur bedingt richtig. Dem Friseur sollte mit einer Schließung des Salons nur ein gewisser Teil seines Umsatzes wegbrechen. Den anderen Teil sollte er durch Einnahmen abseits des Haareschneidens generieren. Das klingt jetzt etwas dubios und es geht nicht darum, das nächste Drogenkartell aufzubauen, sondern beispielsweise um einen Onlineshop, Produkte, Webinare, Workshops etc. Viele Dienstleister sind während der Krise kreativ geworden und haben Ideen entwickelt, wie sie trotz allem Umsatz machen können. Wir haben uns mit Susanne Meier von beauty hairless zum Telefoninterview verabredet. Sie bietet beispielsweise telefonische Beratungen an, die man über die Online-Terminbuchung vereinbaren kann. So unterstützt sie ihre Kunden bei der Haarentfernung zu Hause, um die Zeit der Schließung zu überbrücken. Auch für die Zukunft jenseits von Corona ist es ratsam, nicht ausschließlich auf deine Dienstleistung im Salon, Studio oder Shop zu setzen. Überlege dir, wie du auch zukünftig weitere Umsätze generieren kannst.

3. Bleibe mit deinen Kunden in Kontakt

Normalerweise kommen deine Kunden regelmäßig zu dir, um deine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. So bleibst du “automatisch” mit ihnen in Kontakt. Doch plötzlich war dieser persönliche Kontakt bis auf Weiteres nicht mehr möglich. Und plötzlich standen Unternehmer, die bislang von Newslettern, Social Media und Co. nichts hören wollten, vor einem riesengroßen Problem: Wie erreiche ich jetzt meine Kunden? Wie halte ich den Kontakt zu ihnen? Also entschieden sich viele Dienstleister dazu, es doch mal “mit diesem Instagram” zu versuchen oder schickten doch mal “so einen Newsletter”. Und viele merkten: Das funktioniert ja wunderbar! Auch abseits einer Virus-Krise ist es unglaublich wichtig außerhalb der Termine mit den Kunden in Kontakt und somit im Gedächtnis zu bleiben. Mit Online-Marketing kannst du nicht nur Kunden gewinnen, sondern auch verhindern, dass sie zur Konkurrenz abwandern oder sie in Stammkunden verwandeln. Ob mit täglichen Instagram Stories, wöchentlichen Facebook-Posts oder einem monatlichen Newsletter – das hängt ganz von dir und deiner Zielgruppe ab. Wichtig ist nur: Bleib auch nach Corona am Ball!

4. Erhalte den Teamspirit

“Es herrscht bei uns und den meisten Mitarbeitern bereits so eine Art Aufbruchstimmung in eine neue Zeit – eine positive Kraft, die aufflammt, welche man im bequemen und doch hektischen und überladenen Alltag bisher gar nicht wahrnehmen konnte. Die Bedeutung von “Team” bekommt gerade eine unglaubliche Dynamik. Die meisten sind auf einmal bereit zu verzichten – anstatt wie gewohnt nur zu fordern und signalisieren, gemeinsam mit uns die Schlacht gewinnen zu wollen. Absolut beeindruckend, mega!”, verriet uns Maikel Wachter von Playhair im Interview. Und auch unsere anderen Corona-Interviewpartner betonten, wie positiv sich die Situation auf den Teamgedanken ausgewirkt hat. Schwere Zeiten schweißen zusammen. In einer Krise muss man zusammenhalten, um sie zu überstehen. Genau diesen Spirit solltest du auch nach der Corona-Krise erhalten und fördern.

5. Schiebe den Konkurrenzgedanken beiseite

Nicht nur auf die einzelnen Teams, sondern auch auf den Zusammenhalt innerhalb der Branchen hat die Corona-Krise einen positiven Einfluss. Plötzlich haben sich “Konkurrenten” über gemeinsame Herausforderungen unterhalten, Tipps und Tricks rund um Umsatzmöglichkeiten und staatliche Hilfen ausgetauscht und sich gegenseitig auf Social Media unterstützt. Denn auch hier gilt: Wir sitzen alle in einem Boot! Aus einem Gegeneinander wurde durch Corona plötzlich ein Miteinander. Und wäre es nicht schade, wenn das in der Zukunft einfach wieder verfliegt? Das Leben kann so viel einfacher sein, wenn man sich gegenseitig unterstützt. Ein wichtiger Gedanke, den du auch mit in die Zukunft nehmen solltest.

6. Schalte einen Gang zurück

In unserem Livetalk “Bye-bye Krise, hallo Zukunft! Aus der Krise lernen und richtig durchstarten” hat Friseurunternehmer Guido Paar eine ganz wichtige Frage gestellt: Mit welchen Menschen haben wir es nach der Krise zu tun? Die letzen Wochen sind an niemandem spurlos vorbeigegangen. Deine Kunden haben sich verändert. Guido Paar vermutet, dass die Menschen nach Corona noch weniger Lust auf Hektik haben und z.B. beim Friseur noch mehr die kleine Auszeit vom Alltag genießen möchten. Das bedeutet für dich als Dienstleister: Über längere Bedienzeiten, eine entspanntere Atmosphäre und zusätzliche Dienstleistungen wie Hand- und Kopfmassagen (beim Friseur) nachdenken.

Hier kannst du dir den Livetalk noch einmal anschauen:

7. Hab keine Angst mehr davor, Hilfe anzunehmen

Wer nimmt schon gern Hilfe an oder gibt zu: Hey, ich schaffe das allein einfach nicht! Doch während der Corona-Krise gab es gar keine andere Option. Ohne Kurzarbeit und andere staatliche Unterstützungen gäbe es viele Unternehmen nicht mehr. Und plötzlich fiel es gar nicht mehr so schwer, Hilfe anzunehmen. Es gab schließlich für viele gar keine andere Wahl. Staatliche Hilfen wurden dankend angenommen, um die Existenz zu sichern. Aber auch die Kunden wurden um Hilfe gebeten. Schließlich konnten sie durch Gutschein- oder Produktkäufe wenigstens einen kleinen Teil des Umsatzes sichern. Vielleicht hast du in den letzten Wochen gemerkt: Es tut gar nicht weh, um Hilfe anzunehmen. Dann solltest du diese Erkenntnis auch in die Zukunft mitnehmen.

Wir hoffen, dass wir dir mit diesen Punkten eine kleine Inspiration mit auf den Weg geben konnten. So abgedroschen es auch klingen mag: In jeder Krise steckt definitiv eine große Chance. Es bringt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und Trübsal zu blasen. Konzentriere dich lieber auf die Dingen, die du daraus lernen und für die Zukunft mitnehmen kannst. Bleib gesund und alles Gute!

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