Das Coronavirus-Hilfsprogramm: Welche Unternehmen haben Anspruch auf Unterstützung?

Corona Hilfspaket für Unternehmen

In den letzten Tagen und Wochen beherrscht vor allem ein Thema die Medien: das COVID-19 Virus, besser bekannt als Coronavirus! Da die Infektionen rasant steigen, wird das öffentliche Leben mehr und mehr eingeschränkt. Und das versetzt die Dienstleisterbranche in Angst und Schrecken. Viele Unternehmen sind von den Schließungen betroffen und fast alle sind von erheblichen Umsatzeinbußen betroffen. Für Selbstständige ist das der Supergau. Deshalb hat die Regierung nun ein milliardenschweres Hilfsprogramm auf die Beine gestellt. Welche Maßnahmen getroffen werden, wie die Soforthilfen aussehen und wer sie in Anspruch nehmen darf, erfährst du hier.

Bundesregierung reagiert auf Coronavirus

Das Bundesfinanzministerium bringt im Zuge des COVID-19 Virus ein Hilfsprogramm sowie steuerpolitische Maßnahmen auf den Weg. Ziel ist es, Arbeitsplätze und Unternehmen aller Größen und Branchen zu schützen. Keiner soll in Existenznot geraten und kein Arbeitsplatz verloren gehen. Auf der Website des Bundesfinanzministeriums heißt es: „Es ist genug Geld vorhanden, um die Krise zu bekämpfen. Diese Mittel werden wir jetzt einsetzen. Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen. Darauf kann sich jede und jeder verlassen. Mit präzisen, schnell wirkenden Sofortmaßnahmen wird auf die konjunkturelle Entwicklung durch das Corona-Virus reagiert. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Ländern sowie mit europäischen und internationalen Partnern.“

Corona-Hilfsprogramm für Unternehmen: Das musst du wissen

Das Bundesministerium der Finanzen sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veröffentlichte „Ein Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen“. Wir fassen für dich kurz zusammen, was das Hilfsprogramm umfasst:

  • Kurzarbeitergeld kann nun einfacher und zu verbesserten Bedingungen in Anspruch genommen werden. Betroffene Unternehmen können Lohnkosten und Sozialabgaben von der Bundesagentur für Arbeit bezahlen lassen. Leiharbeiter werden eingeschlossen. Die Zugangsvoraussetzungen werden erleichtert, z.B. kann Kurzarbeit bereits beantragt werden, wenn zehn Prozent der Beschäftigten vom Ausfall betroffen sind. Wie genau du vorgehen musst, erfährst du in unserem Artikel zum Thema Kurzarbeit.
  • Unternehmen soll der Zugang zu günstigen Krediten erleichtert werden. Dafür wurden bestehende KfW-Programme ausgeweitet und zusätzliche Sonderprogramme geschaffen. Über die Hausbanken erhalten Unternehmen Zugang zu Krediten und Bürgschaften bei der staatlichen KfW-Bank. Mehr dazu erfährst du in unserem Blog-Artikel zum Thema „KfW-Kredite während der Corona-Krise„.
  • Die Bundesregierung begrüßt die Idee der Europäischen Kommission „Corona Response Initiative“ mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro, die europaweit Unternehmen unterstützen soll.
  • Die Finanzbehörden dürfen Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellen würde. Hierfür sollen keine strengen Anforderungen gestellt werden.
  • Für Unternehmen, die unmittelbar vom Coronavirus betroffen sind, wird bis Ende 2020 auf Vollstreckungsmaßnahmen (z.B. Kontopfändungen) und Säumniszuschläge verzichtet.
  • Außerdem wird eine Senkung der Steuervorauszahlungen ermöglicht, wenn klar ist, dass die Einkünfte im laufenden Jahr geringer sein werden. Dafür musst du dich mit dem zuständigen Finanzamt bzw. Steuerberater in Verbindung setzen.
  • Die Bundesregierung hat außerdem einen Wirtschaftsstabilisierungsfond mit einem Volumen von 600 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, der Unternehmen unterstützen soll, die für den Standort Deutschland bzw. für den Arbeitsmarkt entscheidend sind.

Infografik Hilfsmaßnahmen für Unternehmen in der Corona-Krise

Soforthilfe für Solo-Selbstständige und Kleinstbetriebe

Vor allem kleine Betriebe oder Solo-Selbstständige trifft die Corona-Krise sehr hart. Denn sie verfügen oftmals nicht über die nötigen Rücklagen und Sicherheiten, um diese Zeit zu überbrücken. Daher erhalten diese Unternehmen eine Einmalzahlung für drei Monate – je nach Betriebsgröße:

  • bis zu 9.000 Euro (bis zu fünf Beschäftigte/Vollzeitäquivalente)
  • bis zu 15.000 Euro (bis zu zehn Beschäftigte/Vollzeitäquivalente)

Mit diesen Soforthilfen soll die wirtschaftliche Existenz dieser Unternehmen gesichert werden. Die Einmalzahlungen müssen nicht zurückgezahlt werden. Reduziert der Vermieter die Miete um 20 Prozent, kann der ggf. nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate eingesetzt werden. Alle weiteren Informationen hierzu sowie eine Übersicht über die zuständigen Behörden oder Stellen in den Ländern findest du auf der Website des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Erleichterungen für alle, die aktuell aufgrund der Coronavirus-Pandemie ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können

Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, dass eine Vielzahl an Erleichterungen für alle enthält, die aufgrund der Corona-Krise nicht ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen können:

  • Mieter von Wohn- und Gewerbeimmobilien werden vor Kündigungen geschützt. Mietern, die aufgrund der COVID-19 Pandemie ihre Miete nicht zahlen können, darf zwischen dem 01. April 2020 und 30. Juni 2020 nicht gekündigt werden.
  • Verbraucher sowie Kleinstunternehmen erhalten einen Zahlungs- oder Leistungsaufschub bei bestimmten fortlaufenden Verpflichtungen. Damit soll vor allem eine Grundversorgung mit Strom und Telekommunikationsleistungen sichergestellt werden. Zahlungspflichten, die bis zum 30. Juni 2020 fällig werden, aber aufgrund der Corona-Krise nicht gezahlt werden können, sollen gesetzlich um drei Monate gestundet werden. Damit es im Anschluss zu keinen Doppelzahlungen kommt, wird der Vertrag dann insgesamt um drei Monate verlängert.
  • Die Fortführung von Unternehmen, die aufgrund der COVID-19 Pandemie wirtschaftliche Schwierigkeiten haben bzw. insolvent gegangen sind, soll durch verschiedenen Maßnahmen – vor allem im Insolvenzrecht – ermöglicht bzw. erleichtert werden.
  • Die Handlungsfähigkeit und Beschlussfassung von Unternehmen, Genossenschaften, Vereinen und Wohnungseigentümergemeinschaften wird auch bei stark beschränkten Versammlungsmöglichkeiten sichergestellt. So wird beispielsweise die Möglichkeit einer virtuellen Hauptversammlung von Aktiengesellschaften geschaffen.

Genauere Informationen zu den Maßnahmen findest du auf der Website des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

 

Auf der Website des Bundesfinanzministeriums findest du außerdem zahlreiche Kontakte und Hotlines, die für Unternehmen im Bezug auf das Coronavirus-Hilfspaket wichtig sind.

Sollten weitere Unterstützungsmaßnahmen beschlossen werden, halten wir dich hier auf dem Laufenden. Wir bei Shore nehmen die Lage sehr ernst und unternehmen alle Anstrengungen, um dich und dein Business in dieser schwierigen Zeit optimal zu unterstützen: Dank Heimarbeit ist unser Kundenservice voll besetzt und wie gewohnt erreichbar, am besten über den Live-Chat in deinem Shore Kalender oder per E-Mail an service@shore.com.

 

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